DAS LAND
Moldawien, gelegen in Besarabien, östlich von Rumänien, hat ein sehr angenehmes, mildes Klima. Es wird beeinflußt vom warmen Schwarzen Meer im Süden und geschützt durch die Karpaten im Westen. Hier gedeiht praktisch alles, was in diesen Breiten an Obst und Gemüse gedeihen kann. Das ganze Land ist bedeckt mit Weinbergen, Obstgärten und Gemüseplantagen. Sonst hat Moldawien keine nennenswerten Bodenschätze auch keine Energiereserven. Die Wirtschaft des Landes war abhängig von der globalen Vernetzung in der gesamten Sowjetunion.
Im östlichem Teil Moldawiens durchquert der große Strom Dnestr von Norden nach Süden das Land. Östlich vom Dnestr, auf dem langen, schmalen Streifen zwischen dem Strom und der Ukraine leben überwiegend Russen, eine starke ethnische Minderheit. Der überwiegende westliche Teil des Landes wird von Moldawiern bewohnt, die ja eigentlich Rumänen sind. Und schon war der Konflikt vorprogrammiert. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Selbständigkeit Moldawiens enflammten sofort nationale Konflikte. Der östliche Teil suchte die Anlehnung an Rußland, der westliche an Rumänien.
Nachdem die russische Minderheit ihr Gebiet zur unabhängigen "Dnestrrepublik Moldowien" erklärte gipfelte dieser Konflikt in den Jahren 1992 -1993 in dem kurzen ober blutigen Bürgerkrieg. Als sich der Krieg zu Ungunsten der russischen Minderheit entwickelte, griff Rußlands General Lebed mit seiner 14. Armee, die damals noch in Moldawien stationiert war, in das Kriegsgeschehen ein, und zwang die Kriegsparteien zu einem Waffenstillstand. Seitdem hat Rußland zwischen den Fronten friedenserhaltende Einheiten stationiert.
Im Vergleich zu Restmoldawien, Ukraine oder Rußland, wo überall die Not herrscht, geht es den Menschen in der sogenannten ,,Dnestrrepublik" erst recht schlecht. Ihr Staat ist nicht anerkannt, ihr Geld akzeptiert niemand, ihre Wirtschaft ist endgültig zusammengebrochen, ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind kaum abzusetzen, denn alle Nachbarstaaten haben selber genug davon. Und in diesem Teil Moldawiens versuchen wir, durch bestehende gute Kontakte, das Elend zu lindern.
Die Not
Und wie es in den vorher beschriebenen Situationen immer ist: Die Schwachen und die Schwächsten der Gesellschaft sind die Leidtragenden. Und das sind in diesem Fall die Waisenkinder und die geistig behinderten Kinder. Bevor wir unsere Hilfsaktionen starteten, war der Zustand dieser Heime, besonders der sanitären Anlagen, so katastrophal, daß es jeder Beschreibung spotten würde. Wie diese armen Kinder da vegetierten sowie ihr Zustand überschreiten die Vorstellungskraft der meisten von uns bei weitem. Eine unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen vor Ort erzählte folgendes: ,,Als ich zum ersten mal hier in dieses Heim kam, konnte ich nur weinen, während ich zwischen den, in ihrem eigenen Kot liegenden, fast nackten Kindern ging. Sie waren schrecklich verwahrlost, wild und stanken entsetzlich. Ich konnte danach tagelang kaum einen Bissen runterkriegen."
Es fehlt an allem: Sanitäre Anlagen - katastrophal, medizinische Versorgung - mangelhaft, Freizeitbeschäftigung - Fehlanzeige. Schuhe und Kleidung aller Art werden dringend gebraucht (nicht zuletzt wegen des hohen Verschleißes bei den behinderten Kindern). Bettwäsche und Handtücher, und alles, was man in der Küche und
dem Speiseraum braucht, Schulbedarf, z.B. Hefte, Kugelschreiber, Stifte. Selbst Baumaterial zur Renovierung der Räume (wie Türen, Fenster, Farben, Tapeten, Bodenbelege, Badewannen, Waschbecken, WC u.s.w.) werden von uns dahin transportiert. ,,Wo bleibt da der eigene Staat?" muß man ja ausrufen, nachdem man das alles so liest, und zu recht. Doch der Staat, den schon immer die Waisen und Behinderten wenig interessierten, hat natürlich kein Geld. Die Behinderten und Waisen sind weggeschlossen,
sie stören ihn nicht mehr, "aus den Augen - aus dem Sinn". Wir legen Wert darauf, hier festzustellen, daß wir mit unseren Hilfsaktionen weder den Staat von seiner Pflicht befreien wollen, noch irgendein System oder Regime unterstützen. Es geht uns ausschließlich darum, die aktuelle oft lebensbedrohliche Not in den betroffenen Heimen zu lindern. Übrigens, seit unsere Aktionen laufen, ist die Sterblichkeitsrate in den von uns betreuten Heimen rapide gesunken.
Natürlich ist auch die geistliche Not groß. Die Ideologie des Kommunismus ist zusammengebrochen und die Menschen leben ohne Ziel und Perspektiven. Dieses Vakuum wird von verschiedenen Sekten ausgefüllt. In diese Situation hinein möchten wir echte Hoffnung und den wahren Glauben an Jesus Christus vermitteln.
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